Vorwürfe gegen Geschlechterforschung erwidern

Schriften des Gunda-Werner-Instituts : Bd. 9

Ganz aktuell ist eine Argumentationshilfe aus dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung online erschienen. Geschrieben wohl noch vor dem Martenstein-Artikel in der „Zeit“, aber nach Vorwürfen in anderen Zeitungen und Magazinen (FAZ, Focus, Spiegel) analysieren hier Regina Frey, Marc Gärtner, Manfred Köhnen und Sebastian Scheele, was dran ist an den Aussagen, dass die Geschlechterforschung gar keine Wissenschaft sei, sondern eine Ideologie. Die Studie trägt den Titel „Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie : Argumente im Streit um Geschlechterverhältnisse“
Auf 72 Seiten geben die Verfasser_innen Argumente an die Hand, um sich der aktuellen Angriffe gegen die Gender Studies zu erwehren. Regina Frey durchleuchtet in einem Kapitel den „Genderismus“, indem sie den Genderbegriff und das Konzept des Gender Mainstreaming aus dem Gestrüpp von „Mythen und Vermischungen“ befreit. Sebastian Scheele setzt sich mit dem Ideologiebegriff auseinander und erläutert, welche Fragen der Ideologie-Vorwurf aufwirft und warum gerade die Gender Studies einiges zu den Antworten beitragen können. Manfred Köhnen vergleicht das Wissenschaftsverständnis und den Objektivitätsanspruch in den Gender Studies und bei den Gegenpositionen. Marc Gärtner geht auf die politisch interessierte Selektivität der Vorwürfe ein und zeigt das am Beispiel von Gerhard Amendt, MANNdat e.V. und Gabriele Kuby.
In einem Schlusskapitel stellen die Autor_innen „Prüffragen“, mit denen ermittelt werden kann, „ob es sich bei einer Äußerung um Kritik oder um Strategien der Delegitimierung handelt. Die Fragen wurden aus den Kapiteln dieser Veröffentlichung abgeleitet und gruppiert. Wenn Sie zum Beispiel mit dem Vorwurf konfrontiert sind, bestimmte Texte oder Positionen seien «ideologisch», eine Studie sei «unwissenschaftlich» oder hätte methodische Mängel, können die folgenden Punkte Sie dabei unterstützen, diese Aussage einzuordnen.“ (S. 70-71)
Die Studie ist als pdf-Dokument zu lesen und im Katalog der Genderbibliothek als Online-Artikel erfasst; eine gedruckte Version erscheint Ende September.

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