Presseerklärung: Ein guter erster Schritt – jetzt muss es weiter gehen!

Pressemitteilung – Kassel, 23. Februar 2012

Die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung hat mit Interesse die Pressemeldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur Förderung des FrauenMediaTurms aufgenommen.
Damit wird vom BMFSFJ der Dokumentation von Frauenbewegungsgeschichte in Deutschland endlich das Gewicht gegeben, das ihr seit langem gebührt, aber bisher vorenthalten wurde.
Was uns allerdings befremdet, ist, dass auch hier die tatsächliche Situation, wie sie sich in Deutschland darstellt, nicht in den Blick genommen wird. Aufgrund der föderalen Struktur und der Entstehungsgeschichten der jeweiligen Institutionen sind Archive zur Frauenbewegung in Deutschland nicht zentral, sondern dezentral organisiert. Die unzureichende finanzielle Absicherung dieser Archive ist seit langem bekannt.
Trotz der Einmaligkeit der Aufgaben und der Bestände und obwohl einige in ihren Sammlungen bundesweit orientiert sind, werden sie bisher nicht vom Bund finanziert. Das macht nicht nur die Arbeit in den einzelnen Archiven mühsam, auch eine Vertretung in Fachgremien auf EU-Ebene ist deshalb erschwert – für Deutschland,  eines der größten Länder innerhalb der EU, ein unhaltbarer Zustand!
Bereits seit langem weist die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung deshalb auf die Wichtigkeit und Bedeutung der Dokumentation der Frauenbewegungsgeschichte in Deutschland hin. Gemeinsam mit anderen Einrichtungen, wie dem Frauenforschungs-, -bildungs-, und -informationszentrum (FFBIZ) und dem Spinnboden Lesbenarchiv  sowie dem Dachverband der deutschsprachigen Frauen-/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen  kämpft sie seit 2007 um finanzielle Absicherung auf Bundesebene. Unterstützt wird dieses Anliegen vom Deutschen Frauenrat, von verschiedenen Frauenverbänden wie etwa dem Deutschen Evangelischen Frauenbund und dem Deutschen Akademikerinnenbund, von Frauenforscherinnen und PolitikerInnen. Bisher ohne Erfolg.
Vor diesem Hintergrund ist es höchst erfreulich, dass sich Kristina Schröder als Bundesfrauenministerin jetzt in der Verantwortung sieht. Die Absicherung des FrauenMediaTurms kann allerdings nur ein erster Schritt sein, denn dessen Bestände spiegeln nur einen Bruchteil der Frauenbewegungsgeschichte in Deutschland wider. Um diese insgesamt für die Zukunft zu bewahren und zugänglich zu machen, damit die „Geschichte der Emanzipation auch für die folgenden Generationen ein lehrreicher Augenöffner“ werden kann, bedarf es mehr: Die jetzt begonnene Förderpolitik muss konsequent auf die relevanten Archive ausgedehnt und verstetigt werden.
Wir werden uns als Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung weiterhin dafür einsetzen und mit Frau Ministerin Schröder die 2007 mit ihrem Haus begonnenen Diskussionen zur Sicherung der Frauenbewegungsgeschichte wieder aufnehmen – damit aus dem ersten Schritt des BMFSFJ ein Lauf für die Frauenbewegung wird!

Dr. Inge von Bönninghausen, Prof. Dr. Sabine Hering, Dr. Elke Spitzer (Stiftungsvorstand

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