48. Jahrestagung der Frauen-/Lesben-/Genderarchive, -bibliotheken und -Informations-und Dokumentationsstellen in Leipzig

ida_banner_130x80.gifDie 48. Jahrestagung der Frauen-/Lesben-/Genderarchive, -bibliotheken und -Informations-und Dokumentationsstellen wird vom 18. – 20. Oktober 2013 in Leipzig stattfinden. Sie steht unter dem Motto „Von der Frauenzeitung bis zu #aufschrei – Die Zukunft der deutschsprachigen Frauen-/Lesbenarchive und -bibliotheken“. Sie wird ausgerichtet von der Frauen- und Genderbibliothek MonaLiesA. Die meisten der dort anwesenden Einrichtungen sind im Dachverband i.d.a. (informieren – dokumentieren – archivieren) vertreten. Seit 1994 koordiniert dieser Dachverband die Aktivitäten dieser Spezialeinrichtungen aus fünf deutschsprachigen Gebieten, d.h. neben Deutschland kommen die Vertreterinnen aus Österreich, Luxemburg, der Schweiz und Norditalien.
Auch beim diesjährigen Treffen wird in den regulären Arbeitsgruppen über aktuelle Fragen diskutiert, z.B. über die feministische Archivarbeit im 5. Jahrzehnt, über feministische Archivpädagogik, über die Herausforderungen des RDA-Umstiegs und einheitliche Systematiken, über Lobbyarbeit und über Datenschutz. Neben Bibliotheksführung und Frauenstadtspaziergang stehen noch zwei weitere Höhepunkte auf dem Programm:
1. Gleich am ersten Tag wird das neu erschienene Buch „Teaching Gender with Libraries and Archives : The Power of Information“ (ed. by Sara de Jong and  Sanne Koevoets, Budapest ; New York: ATGENDER/CEU Press, 2013) von den Herausgeberinnen persönlich vorgestellt.
2. Der Webseiten-Relaunch des i.d.a.-Dachverbandes wird als erster realisierter Höhepunkt im Rahmen des vom BMFSFJ 2012 bewilligten Projektes für eine META-Datenbank aller Einrichtungen dieses Netzwerkes präsentiert und diskutiert.
Über alle Ereignisse wird weiter zu berichten sein.

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EIGE’s Resource & Documentation Centre öffnet am 1. Oktober 2013

FireShot Screen Capture #108 - 'EIGE's Resource & Documentation Centre (RDC) I EIGE' - eige_europa_eu_content_rdcWährend der AtGender Spring Conference in Utrecht 2011 trafen wir erstmals zusammen: eine Vertreterin des neu eingerichteten European Institut for Gender Equality und die Spezialistinnen aus den Spezialbibliotheken und Informations- und Dokumentationszentren für Frauen- und Geschlechterforschung aus vielen europäischen Ländern. Dort entstand die Idee, in dem neu zu schaffenden Resource & Documentation Centre  des Instituts in Vilnius nicht noch einmal dieselben Materialien einzusammeln, sondern die schon existierenden Ressourcen in einer frei zugänglichen Datenbank zu bündeln. Dieses Ziel verfolgten fünf Einrichtungen in einem Pilotprojekt in den letzten zwei Jahren. Dazu zählen Amazone – Resource Centre for Equality between Women and Men in Brussels; Atria – institute on gender equality and women’s history in Amsterdam; Cid-femmes et genre – information and documentation centre for women and gender issues in Luxembourg; die Genderbibibliothek am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin und KvinnSam – The National Resource Library for Gender Studies at Gothenburg University. Schon im letzten Herbst ging ein erster Teil dieser gemeinsamen Datenbank mit den Ressourcen zum Thema “Gender-based Violence” online. Jetzt sind noch weitere spezielle Themen dazugekommen, die sowohl Fachleute in der Wissenschaft, in der Politik, in den Medien und auch Studierende interessieren werden:

  • Gender and media
  • Gender and climat change
  • Work-life balance
  • Men and gender equality
  • Gender mainstreaming.

Die Datenbank wird mit der feierlichen Eröffnung des neuen EIGE-Sitzes im Europa-Haus von Vilnius am 01. Oktober 2013 frei geschaltet.
Insgesamt stehen mit den genannten Themen ca. 240.000 Dokumente in mehreren Sprachen zur Verfügung, darunter auch viele Online-Dokumente. Die genannten Ressourcen – und viele weitere – sind auf der neuen Webseite des RDC zu finden. Damit gibt es erstmals eine gemeinsam geschaffene europäische Datenbank zu Genderthemen!
Am Vortag der feierlichen Einweihung werden alle Projektinstitutionen gemeinsam mit den RDC-Fachleuten dieses EU-Projekt evaluieren und über mögliche Erweiterungen oder Spezialisierungen für die Zukunft diskutieren.

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Glückwunsch zur Neueröffnung der FrauenGenderBibliothek Saar

Saarbrücken1In ihrem 23. Jahr ist die uns bekannte frauenbibliothek saar nun als FrauenGenderBibliothek Saar mit neuer Webseite in neue Räume der Saarbrücker Innenstadt gezogen. Gestern war offizielle Eröffnung mit der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und ca. 80 Gästen, darunter Vertreter_innen aller Landtags- und Stadtratsfraktionen, von Frauen- und Berufsverbänden und kooperierenden Bildungseinrichtungen. Heute berichtet ein Artikel in der Saarbrücker Zeitung darüber mit dem Urteil:
Die Frauen-Gender-Bibliothek sei ein „Schmuckstück“ und als größte Bibliothek für Frauen- und Gender-Themen im Südwesten für Saarbrücken sehr wichtig! Und weiter:
„Die Stadt finanziert die Räumlichkeiten, trägt Miet- und Nebenkosten und stellt einen Sach-etat. Das Sozialministerium finanziert die 1,5 Personalstellen, die allerdings jedes Jahr neu beantragt werden müssen. An die anwesenden Politiker appellierte Bibliotheksleiterin Annette Keinhorst daher, dass die Frauenbibliothek nach 23 prekären und finanziell unsicheren Jahren „durch eine Basisfinanzierung im Haushalt nachhaltig abgesichert werden sollte“. Dann müssten nicht alle Gelder jedes Jahr neu beantragt werden. Eine solche Zusicherung mochte oder konnte gestern aber keiner der Angesprochenen geben. „Wir haben schon viel gekämpft mit und um die Frauenbibliothek“, sagte Gaby Schäfer, Staatssekretärin im Sozialministerium, und fügte hinzu: „Die finanziellen Fragen werden sicher nicht leichter.“ Ausdrücklich lobte Schäfer auch die Umbenennung in Frauen-Gender-Bibliothek, da so beide Geschlechter in den Blick genommen werden. Denn nicht nur Frauen, auch Männern steht die Bibliothek offen. Seit Kurzem ist die Frauen-Gender-Bibliothek auch im sozialen Netzwerk Facebook präsent, um dort jüngere Leser zu erreichen.“

Glückwunsch an Annette und Margarethe und alle Mitarbeiter_innen und alle, die die Frauen-Gender-Bibliothek unterstützen.
Auf eine lange, erfolgreiche und gesicherte Zukunft!

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Wir trauern um Johanna Ludwig (*26.01.1937 – †02.08.2013)

„Was vorüber ist, ist nicht vorüber.
Es wächst weiter in Deinen Zellen,
ein Baum aus Tränen oder
vergangenem Glück.“
(Rose Ausländer)

Wir trauern um unsere Weggefährtin
Johanna Ludwig
Die Initiatorin und Seele des Louise-Otto-Peters-Archivs wird uns als Kollegin und Mitkämpferin immer in Erinnerung bleiben.
Wir werden ihre unkonventionelle Art sehr vermissen!

Sabine Balke, Margit Hauser und Susanne Knoblich für alle Kolleginnen im ida-Dachverband der deutschsprachigen Frauen-/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen
(Anzeige in der „Leipziger Volkszeitung“)

Die Trauerfeier der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft in Leipzig wird am 06. September 2013 stattfinden:

„Denn wer da müßig steht und klagt, kann keiner Ernte sich erfreuen!“
Louise Otto aus „Ernte und Saat“ 1891

  Zum Gedenken an
Johanna Ludwig
(26. Januar 1937 – 2. August 2013)

bittet die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. alle Mitglieder und SympathisantInnen herzlich  zur

Trauerfeier

am Freitag, dem 6. September 2013, 16 Uhr in die Aula der Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3 – 7.

Gründungsmitglieder, langjährige MitstreiterInnen, Freundinnen und Freunde
würdigen Johanna Ludwig mit persönlichen Worten.

 Musikalische Zäsuren:
Brunhild Fischer, Flöte, Viktoria Flock, Klavier, Birgit Wesolek, Sopran

Prof. Dr. Susanne Schötz
Vorsitzende der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V.
Wir danken der Volkshochschule Leipzig für ihre freundliche Kooperation.

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In memoriam Johanna Ludwig (*26.01.1937 – †02.08.2013)

JohannaLudwigJohanna Ludwig ist nach langer, schwerer Krankheit von uns gegangen.
Die Initiatorin, langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. hat zwei Jahrzehnte lang unermüdlich, ideenreich und gewissenhaft Leben und Werk der Schriftstellerin und Frauenpolitikerin Louise Otto-Peters erforscht, andere ermutigt und für die Rechte der Frauen sensibilisiert.
Johanna Ludwig hat damit einen maßgeblichen Beitrag zur Wiederaneignung des Erbes der deutschen Frauenbewegung in Leipzig geleistet, das hier im 20. Jahrhundert aus unterschiedlichen Gründen wenig Beachtung fand und partiell in Vergessenheit geriet. Maßgeblich durch ihre vielfältigen öffentlichen Initiativen wissen inzwischen viele Leipzigerinnen und Leipziger, dass ihre Stadt nicht nur als Universitätsstadt, Messestadt, Musikstadt, Buchstadt, Stadt des Sports und Stadt der deutschen Arbeiterbewegung Berühmtheit erlangte, sondern dass sie auch ein Zentrum der deutschen Frauenbewegung war, und verbinden dies mit den Namen von Louise Otto-Peters, Auguste Schmidt, Henriette Goldschmidt und anderen.
Johanna Ludwigs Anliegen bestand aber nicht nur aus rein historischen Betrachtungen; sie suchte ebenso bewusst aktuelle Bezüge zur Förderung der Gleichstellung von Frauen in der heutigen Zeit.

Die Louise Otto-Peters-Gesellschaft e.V. wird ihre Arbeit im Sinne von Johanna Ludwig fortsetzen.

Ausblick: Im Oktober 2013 wird im Leipziger Universitätsverlag die Biografie „Eigner Wille und eigne Kraft. Der Lebensweg von Louise Otto-Peters bis zur Gründung des AdF 1865. Nach Selbstzeugnissen und Dokumenten“ von Johanna Ludwig erscheinen.

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Neu: Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

hammonia-panoramaDie Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung hat eine Datenbank ins Netz gestellt, um den auch dort vorherrschenden Missstand zu beseitigen, dass bei Straßennamen, Denkmälern, Ehrungen und Auszeichnungen mehr Männer als Frauen bedacht werden. Wenn also die nächste neue Straße benamst oder eine Briefmarke gestaltet werden muss, dann sollte diese Datenbank genutzt werden – aber natürlich auch für wissenschaftliche Zwecke oder zum Vorbereiten einer Hamburg-Tour:

Historische Datenbank über Frauen, die in Hamburg Spuren hinterlassen haben
Hamburger Frauenbiografien-Datenbank

Die Datenbank wurde von Dr. Rita Bake (Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg) konzipiert und soll kontinuierlich erweitert und präzisiert werden. Wer also Informationen hat oder Frauen findet, die dort (noch) nicht vertreten sind, kann sich an die Historikerin wenden. Sie hat schon mehrere Bücher über Hamburgs Frauen geschrieben (einige haben wir auch in der Genderbibliothek) und Fraueninitiativen für Hamburg erdacht. Diese Datenbank sollte Schule machen für viele andere Städte!

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Vorwürfe gegen Geschlechterforschung erwidern

Schriften des Gunda-Werner-Instituts : Bd. 9

Ganz aktuell ist eine Argumentationshilfe aus dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung online erschienen. Geschrieben wohl noch vor dem Martenstein-Artikel in der „Zeit“, aber nach Vorwürfen in anderen Zeitungen und Magazinen (FAZ, Focus, Spiegel) analysieren hier Regina Frey, Marc Gärtner, Manfred Köhnen und Sebastian Scheele, was dran ist an den Aussagen, dass die Geschlechterforschung gar keine Wissenschaft sei, sondern eine Ideologie. Die Studie trägt den Titel „Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie : Argumente im Streit um Geschlechterverhältnisse“
Auf 72 Seiten geben die Verfasser_innen Argumente an die Hand, um sich der aktuellen Angriffe gegen die Gender Studies zu erwehren. Regina Frey durchleuchtet in einem Kapitel den „Genderismus“, indem sie den Genderbegriff und das Konzept des Gender Mainstreaming aus dem Gestrüpp von „Mythen und Vermischungen“ befreit. Sebastian Scheele setzt sich mit dem Ideologiebegriff auseinander und erläutert, welche Fragen der Ideologie-Vorwurf aufwirft und warum gerade die Gender Studies einiges zu den Antworten beitragen können. Manfred Köhnen vergleicht das Wissenschaftsverständnis und den Objektivitätsanspruch in den Gender Studies und bei den Gegenpositionen. Marc Gärtner geht auf die politisch interessierte Selektivität der Vorwürfe ein und zeigt das am Beispiel von Gerhard Amendt, MANNdat e.V. und Gabriele Kuby.
In einem Schlusskapitel stellen die Autor_innen „Prüffragen“, mit denen ermittelt werden kann, „ob es sich bei einer Äußerung um Kritik oder um Strategien der Delegitimierung handelt. Die Fragen wurden aus den Kapiteln dieser Veröffentlichung abgeleitet und gruppiert. Wenn Sie zum Beispiel mit dem Vorwurf konfrontiert sind, bestimmte Texte oder Positionen seien «ideologisch», eine Studie sei «unwissenschaftlich» oder hätte methodische Mängel, können die folgenden Punkte Sie dabei unterstützen, diese Aussage einzuordnen.“ (S. 70-71)
Die Studie ist als pdf-Dokument zu lesen und im Katalog der Genderbibliothek als Online-Artikel erfasst; eine gedruckte Version erscheint Ende September.

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